|
Schmerzensschreie einer Festplatte |
|
|
|
Haben Sie Ihrem PC schon mal bei seiner Arbeit genau
zugehört? Nein? Warum auch? Schließlich surrt und rauscht so ein PC
in der Regel einfach tagein, tagaus vor sich hin. Dennoch sind
Computer-Besitzer gut beraten, Ihrem PC wenigstens hin und wieder
aufmerksam ihr Gehör zu schenken. Denn manche Geräusche kündigen
einen bevorstehenden Datentod an. |
|
So arbeitet eine Festplatte. In einer Festplatte befinden sich mehrere rotierende Scheiben, die sich unter so genannten Schreib-/Leseköpfen drehen. Die rotierenden Scheiben sind in einzelne Spuren, Cluster und Sektoren eingeteilt. Beim Speichern einer Datei auf die Festplatte weist das Betriebssystem die Schreib-/Leseköpfe an, jedem Sektor eine bestimmte Stromrichtung zu geben. Diese interpretiert das Betriebssystem beim späteren Lesen der Daten dann entweder als 0 oder 1. Damit beim Lesen einer Datei nichts durcheinander kommt, wird die Position der Daten auf der Festplatte in einem Inhaltsverzeichnis gespeichert. Headcrash - der Festplattentod. Die Scheiben im Inneren einer Festplatte drehen sich sehr schnell. Knapp darüber schweben auf einem Luftkissen die Schreib-/Leseköpfe. Knapp heißt, dass zum Beispiel ein Haar zehn Mal dicker ist als das Luftkissen. Trifft der Schreib-/Lesekopf auf eine Verunreinigung auf der Scheibenoberfläche, kommt es zu einem so genannten "Headcrash". Meist kündigt sich ein Headcrash durch Schleifgeräusche an. In diesem Fall ist die Festplatte unrettbar kaputt. Die darauf enthaltenen Daten können dann nur noch von Speziallabors wiederhergestellt werden. Harte Stöße gegen das Computergehäuse können den gleichen Effekt haben. Lebenswichtig: Der Master Boot Rekord. Der MBR (Master Boot Rekord) befindet sich immer im ersten logischen Sektor der Festplatte. Er ist genau 512 Byte groß und enthält alle Daten, die zum Starten des Betriebssystems und zum fehlerfreien Betrieb der Festplatte nötig sind, auch die Partitionstabelle. Hier sind unter anderem die Größe und die Lage der Partitionen, sowie die Art des Dateisystems gespeichert. Wird der MBR beschädigt oder gelöscht, kann das System nicht auf den Festplatteninhalt zugreifen, also auch nicht das Betriebssystem starten. Tipp: Mit Norton Utilities oder ähnlicher Software eine Sicherheitskopie des MBR anlegen. Scandisk findet verlorene Ketten. Nach einem Absturz durchforstet das Systemtool Scandisk automatisch die mit FAT formatierten Festplatten unter anderem nach verlorenen Ketten, das sind Datensplitter, die bei abgebrochenen Schreibvorgängen entstanden sind und sich nicht mehr eindeutig zuordnen lassen. Scandisk kann davon allerdings nicht mehr viel retten - es nummeriert die Fragmente durch und legt Sie im Hauptverzeichnis als file0000.chk., file0001.ckk etc. ab. Mit Hilfe eines Texteditors kann der Anwender danach mit etwas Glück zumindest noch Textbrocken, zum Beispiel aus ehemaligen Word-Dateien, extrahieren. Meist aber heißt es: Löschen und Abhaken. Mehr Sicherheit mit Raid. Raid steht für "Redundant Arrays of Inexpensive Disks" und bezeichnet das Prinzip, mehrere Laufwerke zu einer Einheit zu kombinieren, um zum Beispiel einen Sicherheitspuffer zu schaffen. Im Server-Bereich, wo es besonders auf Ausfallsicherheit ankommt, sind Raid-Controller schon lange üblich. Ein Raid-System besteht aus mindestens zwei Festplatten, die Idealerweise die gleiche Kapazität aufweisen. Im Raid-Modus 1 nutzt der Controller die zweite Platte für ein laufend aktualisiertes Spiegelbild der ersten Platte. |
|
|